2004

2004

Das Jahr 2004 war ein Jahr der Stabilisierung auf gutem Niveau, hinsichtlich des Leistungsspektrums der vhs. Gleichzeitig gab es in diesem Jahr einen deutlichen und nicht völlig zu kompensierenden finanziellen Aderlass, der durch Zuschusskürzungen von Staat und Trägergemeinden verursacht wurde. Die vhs, deren Arbeit einer gesetzlichen Verpflichtung folgt und die ein ehrenamtlich geleiteter, gemeinnütziger Verein noch unermüdlich aufrecht erhält, wurde von ihrem Auftraggeber, der öffentlichen Hand, auf den Weg in eine Notlage geschickt, an dessen Ende in allernächster Zeit der finanzielle Kollaps stehen kann. Nach wie vor ist der berufliche Bereich ein Sorgenkind der vhs. Es ist nicht zu erklären, dass er nicht von den gestiegenen Anforderungen an die Weiterbildung und den Fragen des Arbeitsmarkts profitiert. Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort. Obwohl neue Angebote entwickelt wurden, die gerade Arbeitslose, Selbständige und Wiedereinsteiger interessieren sollten, war die Nachfrage mehr als gering. Der allgemeine wirtschaftliche Niedergang und der Verlust öffentlicher und privater Investitionen zur Förderung der Weiterbildung kombiniert mit einer hohen Zurückhaltung der Teilnehmer führte zu diesem Resultat eines eigentlich sehr wichtigen Fachbereichs in der vhs. Firmen waren an keiner Sonderschulung interessiert. Nicht nachgefragte Veranstaltungen, die über mehr wenigstens zwei Semester lang kein Interesse gefunden haben wurden aus dem Angebot herausgenommen und insbesondere in Bereich Computer das Programm ausgedünnt. Neue Themen wurden ausprobiert, aber kaum angenommen.

Die Begeisterung der Teilnehmer für fernöstliche Sprachen ist groß: Japanisch und Chinesisch sind sehr gefragt. Auch die alten Sprachen wie z.B. Latein sind begehrt. Die Nachfrage nach Angeboten in der Gesundheitsbildung, die ja kein Freizeitsportangebot ist, steigt. Wir sind daher auf eine zeitweise Nutzung der Turnhalle an der Grundschule Süd, die sich genau gegenüber dem künftigen vhs-Gebäude befindet, unbedingt angewiesen. Wir haben zudem im neuen Bildungszentrum einen Umplanung vorgenommen: Einer der beiden Fachräume, der ursprünglich als Computerraum gedacht waren und ein Fachraum für praktisch-musische Arbeit wurden so ausgestattet, dass sie für eine Mehrfachnutzung im Rahmen von Kursen und Seminare zu Entspannungstechniken etc. genutzt werden können. Vorträge zur traditionellen chinesischen Medizin waren außerordentlich gut besucht.

Im Frühjahr/Sommer 2004 lautete das Semesterthema „Die Kunst des Lebens – Bewusst sein im Rhythmus der Welt“ und im Herbst/Winter 2004/2005 „Bildung – Antworten auf Lebensfragen“. Während das erste Thema sehr gut ankam, wurde das zweite nur wenig angenommen. Dies erstaunt uns sehr, da gerade das Problem „Bildung“, doch gefragt sein müsste.

Im Jahr 2004 haben wir von der Gemeinde Wörthsee keinen Zuschuss erhalten (8000 € im Jahr 2001, 5000 € 2002) gekürzt. Der bayerische Staat kürzte seinen Zuschuss Mitte Februar 2004 12,9 % (das sind 3514 €). Die Gemeinde Weßling reduzierte Ihren Zuschuss ebenfalls um 14,9 % (das sind 2000 €). Die vhs hatte im laufenden Jahr 2004 ungeplant damit eine Minderung der Zuschüsse der öffentlichen Hand um 13514 € zu verkraften. Dankenswerter Weise hat die Gemeinde Gilching einmalig für das Jahr 2004 mit 12069 € Sonderzuschuss die staatliche Kürzung des Zuschusses und die komplette Streichung der Zuwendung seitens der Gemeinde Wörthsee in etwa ausgeglichen. Dies geschah aber
nur einmalig und wird in den nächsten Jahren die Kumulation des Defizits, verursacht durch die Zuschusskürzung der öffentlichen Hand, die für den Bildungsauftrag an die vhs verantwortlich zeichnet, nicht aufhalten. Um diesem Prozess wenigsten noch aufschiebend zu begegnen, war die vhs ihrerseits gezwungen die Gebühren für ihre Veranstaltungen um 10 % anzuheben. Die im Bildungszentrum geplante Sternwarte hat im Jahr 2004 9567 € Zuwendungen erhalten, von denen 5750 € an die Gemeinde Gilching für die Vergrößerung der Sternwartkuppel von 4,2 m auf 5,3 m gezahlt wurden. Der Rest soll 2005 zur Anschaffung von Zubehör und Lehrmittel verwendet werden.

Der Aufbau des Bildungszentrum ist kräftig vorangeschritten: Am 26.2.2004 wurde in einer kleinen Feier das Richtfest von Grundschule und vhs begangen. Die Geschäftsführung hat neben den üblichen Aufgaben sehr viel zusätzliche Zeit für Abstimmungsgespräche, Besichtigung der Baustelle, Einzelplanungen und Umplanungen aufbringen müssen. Im Juni 2004 haben wir erfahren, dass ca. 600 m vor die Grundschule das hohe Gebäude einer Kletterhalle gebaut werden soll. Wir haben die aus unserer Sicht durch Licht und Wärme verursachten Einschränkungen der Nutzung der vhs-Volkssternwarte der Gemeinde mehrmals mitgeteilt und um Beachtung gebeten, da sich beide sicher sinnvolle Einrichtungen hier gegenseitig vermeidbare Probleme machen könnten.

Die Starparty 2004 war ein großer Erfolg. Zwar hatte das Wetter kein großes Erbarmen mit uns, aber der Vortrag „Planetare Vagabunden, tiefgekühlt und heiß gekocht, Kometen 2004 hat gut 100 Interessierte begeistert und an der anschließenden Beobachtung eines Kometen bei wolkigem Himmel haben immerhin noch ca. 30 Personen teilgenommen. Der Starparty ging ein Dozententreffen voraus, das mit ca. 60 Lehrkräften gut besucht war.

Wir haben zudem mit einem kleinen transportablen Teleskop mitten in Gilching am 8.6.2004 den Venus-Transit verfolgt. Der Werbeeffekt dieser Aktion war sehr groß. Am 9.7. wurde das künftige Wahrzeichen der vhs, die Volkssternwarte aufgebaut: Ein Kran hob den Unterbau und die Kuppel auf das Dach des Rohbaus unseres Bildungszentrums. Ein kleiner Tag der offenen Tür am 18.9. war als Werbeveranstaltung für unsere vhs erfolgreich. Angeboten wurden Einblicke in die Fachbereiche „Gesundheit und Fitness“, „Sprachen und Verständigung“, „Mensch und Welt“. Am 3./4./5.12. war die vhs mit einem sehr ausführlichen Programm im Rahmen des Weihnachtsmarkts vertreten. Wir freuten uns über die große Besucherzahl, die trotz beißender Kälte sich zu unseren Vorträgen eingefunden hatte. Wir haben dazu noch versucht weitere, letzte Veränderungen technischer und organisatorischer Art durchzuführen, die in einigen Bereichen noch Kosteneinsparungen im Rahmen von einigen hundert Euro ergaben. Der Rationalisierungsgrad unserer vhs ist extrem hoch. Die Computer, der Internetauftritt der vhs, das Layout des Programhefts (2 x im Jahr) wird vom Geschäftsführer Dr. Michael Rappenglück und der HPM Eva-Maria Hackstein übernommen. Plakatierung wird vom vhs-Team durchgeführt.

Die vhs-Theatergemeinde wurde in der Betreuung an einen privaten Organisator abgegeben. Studienreisen wurden eingestellt und Studienfahrten reduziert. Investitionen in Lehrmittel wurden begrenzt oder ausgesetzt. Damit war es möglich das Defizit gering zu halten und das Vermögen in einem vertretbaren Umfang zu schmälern. Dies wird 2005 aufgrund der wohl steigenden Belastung
durch Kosten für den Aufbau und Betrieb des Bildungszentrums nicht mehr möglich sein.
Die vhs hat nun 346 Mitglieder (31.12.2004).




 

2005
2003

Druckbare Version