Auch im Jahr 2001 wurde die Arbeit der vhs nachhaltig von der Zielsetzung geprägt, mittelfristig zu einem eigenen Erwachsenenbildungszentrum (EBZ) zu kommen. Ein Grundsatzentschluss des Gemeinderates zur Errichtung eines EBZ gab die Basis für die Planung eines vhs-Traktes im Zuge der neu zu bauenden Grundschule an der Landsberger Straße. Am 16.2.2001 reichte die vhs bei Gemeinde basierend auf der Grundlage des Gutachtens der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung (KGST 1973) und der aktuellen Leistungsgröße der vhs eine Spezifikation der Räume hinsichtlich des erforderlichen Bedarfs ein. Es ergab sich eine gesamte Fläche von 1060 m2. Wir erhofften uns 9 eigene Fach-Räume, darunter einen kleinen Saal für Vorträge und Räume für Veranstaltungen im Rahmen der Gesundheitsbildung, sowie 9 technische Räume zu Versorgung unserer Teilnehmer (Geschäftsstelle, Kinderbetreuung, Cafeteria, Wartung, sanitäre Infrastruktur). Die vhs sollte in einem eigenen Schultrakt untergebracht werden.
Nach wie vor würde eine Nutzung von Räumen in den Schulen für unsere ca. 5000 Teilnehmer jährlich nötig sein, wobei sie, je nach Größe des eigenen vhs-Traktes, geringer ausfallen könnte. In einem Informationsgespräch mit der Gemeinde (6.6.2001) wurden wir gebeten unsere Vorstellungen erheblich zu kürzen und eine Mischnutzung mit der Grundschule zu planen: 485 m2 sollten es nun für die Lehr- und Verwaltungsräume (ohne Sanitär- und Lagerräume) werden, wobei eine Mischnutzung des Vortragsraumes der Grundschule, eine Mitbenutzung der Turnhalle, Schulküche, Cafeteria, ein gemeinsamer Kopierraum, die Mitbenutzung des Lehrschwimmbeckens und eine Kinderbetreuung in Kooperation mit dem Mütterzentrum zur Grundlage dieser Kürzung gemacht wurden. Die vhs hatte damals den Gedanken geäußert, das Atelier im Wersonhaus, Brucker Str. 11, zugunsten von entsprechenden Räumen im EBZ aufzugeben. Dies hätte eine weitere Ersparnis an Ressourcen und Verwaltungsaufwand erbracht. Im Informationsgespräch wurde seitens der Gemeinde jedoch darauf bestanden, die vhs solle auch weiterhin neben dem EBZ das Atelier im Wersonhaus nutzen. In einem weiteren Gespräch zwischen Gemeinde und vhs im Herbst 2001 wurde seitens der Kommune dann ein eigener vhs-Trakt favorisiert, was zu einer erneuten Anfrage der vhs nach einer möglichen Nutzung der Kellerräume im Sinne eines Ateliers (Ersatz Wersonhaus) führte.
Im November 2001 wurde die vhs seitens der Gemeinde aufgefordert das Atelier im Wersonhaus kurzfristig (zum nächsten der übernächsten Semester) dem Sozialdienst Gilching als Verwaltungsräume zur Verfügung zu stellen. Als teilweiser Ersatz wurde eine gewisse Belegung des Werkraumes in der Hauptschule, Rathausstr. 2, angeboten. Im Zusammenhang mit dem Bildungszentrum hat die vhs auch ein Projekt auf den Weg gebracht eine Volkssternwarte in Gilching zu errichten und zu betreuen. Im Herbst 2001 wurde mit der Planung des großen Spiegelteleskop (0,5 m Durchmesser) begonnen. Im Herbst 2001 ersetzte die vhs die Verwaltungssoftware, die seit 9 Jahren im Einsatz war und noch auf dem Betriebssystem DOS basierte durch ein modernes Programm, das unter Windows 2000 läuft. Diese Investition ermöglichte es größere Teilbereiche in der Verwaltung weiter zu rationalisieren. Der Aufbau und die Betreuung der vhs-Webpage wurde verbessert und es war erstmals möglich Anmeldungen die online eingegeben wurden automatisch in der Verwaltungssoftware weiterzuverarbeiten.
Das neue Programm erlaubt in Zukunft auch eine gezielte Kostendeckungsrechnung. Zudem ist es mit Hinblick auf das EBZ erweiterungsfähig: Teilnehmer können dann auch an Terminals selbst Veranstaltungen abfragen und belegen.
Auch im Jahr 2001 wurden weitere Rationalisierungsmaßnahmen durchgeführt, um Personalkosten und Sachkosten einzusparen: Z.B. konnte die Anschaffung eines Duplex-Druckers (mit hohem Druckaufkommen) den Papierbedarf senken und den Arbeitsaufwand verringern, da nun beide Seiten bedruckt werden konnten und nicht mit Hand gewendet werden muss. Zusätzliche Laser-Drucker an den Arbeitsplätzen der beiden Verwaltungskräfte verringerten Laufwege. Viele kleinere Veränderungen technischer und organisatorischer Art sorgten dafür, dass Kosten gespart wurden. Mit den für 2002 geplanten weiteren Maßnahmen wird die vhs Gilching den mit Hinblick auf die möglichen Investitionen und bezogen auf die zur Verfügung stehenden Räume, Finanzen und das Personal die höchsten Rationalisierungsgrad erreicht haben. Weitere Einsparungen können dann nur mehr beim Personal und der angebotenen Leistung erfolgen. Es soll zum Schluss noch auf die Problematik eines hohen technischen und organisatorischen Leistungsstandes hingewiesen werden: Der Ausbildungsgrad des Personals für die Betreuung und Wartung der Geräte muss erheblich ansteigen. Die Belastung des nach Rationalisierung verbliebenen Personals wird sehr groß. Die Erwartung der Teilnehmer und Lehrkräfte, eine persönliche Betreuung zu erhalten, wächst gerade mit der durch die Rationalisierung (Mensch-Maschine) gesetzten Anonymität deutlich. Es wird auch nicht mehr erkannt, mit wie wenig Personal, Räumen und Finanzen die vhs die Leistung für den Teilnehmer und die Lehrkraft erbringt. Z.B. erwarten Teilnehmer, die sich über das Internet an die vhs wenden, meist eine sofortige Antwort, da die Technik dies ja suggeriert. Es gibt aber nicht das Vollzeit-Personal, diesem Anspruch zu genügen.
Im Frühjahr/Sommer 2001 lautete das Semesterthema „Polaritäten – Zwei gestalten eine Welt“ und im Herbst/Winter 2001/2002 „Lebenswürde und Menschlichkeit – in Frage gestellt? Der Umgang des Menschen mit dem Leben“. Während das Thema im Frühjahr/Sommer-Semester nur befriedigend angenommen wurde, war es im Herbst/Winter-Semester sehr gut besucht. Seit Jahren hat sich das Semesterthema zusammen mit einem eigens dafür entworfenen Titelbild des jeweiligen Programm-Heftes als wichtige „persönliche Note“ unserer vhs etabliert. Zu einem Sorgenkind der vhs entwickelt sich zusehends der Bereich Computer und Informatik. Die Angebote zur Einführung in die Betriebssysteme, die Textverarbeitung und die Tabellenkalkulation, aber auch das Internet sind deutlich rückläufig. Gefragt sind vermehrt spezielle Angebote, z.B., zur digitalen Bildbearbeitung, Java oder Linux. Hier hat die vhs Gilching seit Jahren eine besonderes Profil entwickelt, das ihr jetzt zugutekommt und die Ausfälle in den üblichen Grundkursen zum Betriebssystem Windows, zu Word und Excel ausgleicht. Die Verwaltungs und Betriebspraxis, d.h. berufsbezogene Veranstaltungen außerhalb der Computersparte nahmen hingegen etwas zu. Es zeigt sich, dass die Teilnehmer im Bereich Beruf und Karriere bedarfsgerecht Veranstaltungen aussuchen, eine gewisse Sättigung des Bildungsmarktes zu verzeichnen ist und die Förderung der Weiterbildung durch die Arbeitgeber kaum noch geschieht. In den letzten Semestern hat der Bereich Länder- und Völkerkunde erheblichen Teilnehmerrückgang aufzuweisen: Die „Sättigung“ der Teilnehmer mit eigenen Fahrten in die Länder rund um den Globus bemerkbar. Auch bei Kursen und Seminaren rund um Wirtschaftsfragen sind die Teilnehmer sehr zurückhaltend. Bemerkenswert ist auch extrem hohe Politikverdrossenheit: Veranstaltungen zu diesem Fachbereich können wir in der Regeln nicht durchführen. Zahl der Mitglieder: 326 (31.12.2001).
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